Zweiter Chemiegipfel NRW

Foto: ©MWEIMH NRW/Ralph Sondermann

Zweiter Chemiegipfel NRW

Zum zweiten Chemiegipfel hat Wirtschaftsminister Garrelt Duin am 29.10.2014 etwa 30 Vertreter nordrhein-westfälischer Unternehmen in Düsseldorf empfangen. Spitzenvertreter der Industrie, Gewerkschafter und Betriebsräte bekräftigten das Ziel, Unternehmen der chemischen Industrie vorausschauend zu stärken.

Die Energiepolitik und Initiativen zur Stärkung der Akzeptanz für Industrie standen im Mittelpunkt der zweistündigen Gespräche. Der Erhalt der besonderen Ausgleichsregelung im Erneuerbare Energien Gesetz sei ein Erfolg für die energieintensiven Chemieunternehmen in NRW und für die Landespolitik, sagte Duin. Es bleibe jedoch noch einiges zu tun, um Versorgungsicherheit und bezahlbare Strompreise langfristig zu sichern.

Übereinstimmend betonten die Teilnehmer, dass die Akzeptanz für Industrie und für Infrastrukturprojekte in der Bevölkerung weiter gestärkt werden müsse. Deshalb werde das Wirtschaftsministerium die Initiative „Dialog schafft Zukunft“ auch nach 2014 fortführen, so der Minister. Unternehmensvertreter berichteten von ihren Erfahrungen mit Nachbarschaftsdialogen und neuartigen Dialog- und Beteiligungsinstrumenten. Darunter waren Beispiele vom Public Viewing Event bei Sportgroßereignissen bis hin zum Nachbarschaftsbüro in den Innenstädten von Chemiestandorten.

Günter Hilken, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der chemischen Industrie in Nordrhein-Westfalen, VCI-NRW, überreichte Minister Duin eine aktuell veröffentlichte Prognos-Studie zur Zukunft der Branche in Nordrhein-Westfalen. Laut der vom VCI-NRW beauftragten Expertise wird die Chemieproduktion bis 2030 um durchschnittlich 1,8 Prozent pro Jahr und damit stärker als die Gesamtwirtschaft wachsen.

„Die chemische Industrie nimmt eine Schlüsselposition in der Wirtschaftspolitik der Landesregierung ein. Deshalb wollen wir den Austausch zwischen Vertretern der Branche und der Politik im partnerschaftlichen Dialog weiter intensivieren“, sagte Duin. „Die Chemie ist und bleibt ein wesentlicher Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung für Nordrhein-Westfalen. Das bekräftigt auch die Prognos-Studie.“

Branchenvertreter äußerten sich positiv zu der konstruktiven Haltung der Landesregierung. „Wir begrüßen es sehr, bei Minister Duin stets auf offene Ohren für die Herausforderungen unserer Branche zu treffen“, sagte Hilken. Die Entwicklung wird jedoch von den Unternehmern nicht als Selbstläufer betrachtet. „Auf Basis der Prognos-Studie müssen wir nun gemeinsam mit der Landesregierung die richtigen Stellschrauben bewegen, um die vorhergesagte positive Entwicklung erreichen zu können. Darüber hinaus müssen wir alles dafür tun, um das Wachstum der NRW-Chemie zu beschleunigen“, sagte Hilken.

Laut der Prognos-Studie bleibt Nordrhein-Westfalen auf Grund seiner fortbestehenden Dominanz der chemischen Produktion Wachstumstreiber für die deutsche chemische Industrie. Obwohl die Studie leicht positivere Wachstumszahlen der Chemieproduktion in Bayern (2,1 Prozent) und Baden-Württemberg (2,1 Prozent) im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen (1,8 Prozent) und beispielsweise Rheinland-Pfalz (1,7 Prozent) prognostiziert, zeigt die Studie deutlich, dass die nordrhein-westfälischen Chemieunternehmen, wie es auch in Rheinland-Pfalz der Fall ist, in der weniger wachstumsstarken Grundstoffchemie vergleichsweise stark aufgestellt sind.