Mit 17 Jahren Umweltschutz-Chef für einen Tag

Sven Breuer aus Bornheim hat für einen Tag die Leitung der Umweltschutzabteilung und des Gewässerschutzes bei Shell im Rheinland übernommen. Im Rahmen des Wettbewerbs „Meine Position ist spitze“ der Brancheninitiative ChemCologne hatte sich der 17-jährige Schüler auf diese Führungsposition in Deutschlands größter Raffinerie beworben.

Dieser Ferientag begann für Sven Breuer fast schon wie ein Schultag: Pünktlich um 7.30 Uhr meldete sich der junge Bornheimer am Tor 1 des Werks Wesseling für die obligatorische Sicherheitseinweisung und die Einkleidung in die Werkkleidung. Dann traf der Schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums Dr. Frank Beyer, den Leiter der Umweltschutzabteilung sowie des Gewässerschutzes der Shell Rheinland Raffinerie. Nach einer symbolischen Schlüsselübergabe wurde der „Chef für einen Tag“ in seinen neuen Aufgabenbereich und die Verantwortung für sieben Mitarbeiter eingewiesen. Im Laufe des Tages führte der Oberstufenschüler einen Anlagenrundgang durch, überprüfte die vorgeschriebenen Betreiberpflichten und nahm eine Grundwasserbeprobung vor. Zudem stimmte er sich mit den Umweltbeauftragten über tagesaktuelle Maßnahmen ab und nahm an internen Abstimmungsrunden teil.

„Meine Erwartungen an diesen Tag wurden mehr als übertroffen“, stellte der 17-Jährige am Ende des Tages fest. „Mich interessieren betriebliche Zusammenhänge und Produktionsabläufe, vor allem in der Chemiebranche, sehr.“ Durch den Tag in der Rheinland Raffinerie sei er in seinem Plan, später ein mathematisch-naturwissenschaftliches Studium aufzunehmen und dann in einem größeren Unternehmen zu arbeiten, bestärkt worden. Besonders freute Breuer, der sich bei der Bornheimer Jugendfeuerwehr engagiert, dass er im Rahmen dieses Aktionstages auch die Werkfeuerwehr besuchen und sich mit den dortigen Kollegen austauschen konnte. Stelleninhaber Beyer war sehr angetan vom lebhaften Interesse der Nachwuchsführungskraft: „Mit einer solchen Aktion können wir jungen Menschen sehr praxisnah unsere Arbeit darstellen und so vielleicht ein nachhaltiges Interesse an einem raffinerietypischen Berufsbild wecken.“

Die Brancheninitiative ChemCologne hatte mit Unternehmen der chemischen Industrie aus der Region zu der Aktion „Meine Position ist spitze!“ aufgerufen. Dabei übernehmen Schüler für einen Tag eine Führungsposition. „Vor sechs Jahren haben wir mit wenigen Unternehmen, darunter auch schon Shell, diese Schüleraktion angestoßen“, erklärt ChemCologne-Geschäftsführer Daniel Wauben. In diesem Jahren bieten 15 Unternehmen insgesamt 21 Führungspositionen für einen Tag an. „Trotz der Corona-Situation haben wir wieder zahlreiche Bewerbungen erhalten“, so Wauben. „Das zeigt uns, dass eine Tätigkeit in unserer Branche bei vielen jungen Menschen offenbar attraktiv ist und eine Perspektive für sie darstellt.“