"Echter Treiber der Innovationskraft"

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Der 13. ChemCologne-Kooperationstag fand am 16. Juli 2014 an der RWTH Aachen statt. „Wir sind eine integrative, interdisziplinäre Universität, und haben uns zum Ziel gesetzt, mit unserer Forschung dazu beizutragen, globale Herausforderungen zu lösen“, betont Prof. Dr. Doris Klee, Prorektorin für Personal und wissenschaftlichen Nachwuchs an der RWTH Aachen zur Eröffnung.

Das Motto des Kooperationstages „Interdisziplinarität – Schnittstellen richtig nutzen“ passe hervorragend, denn die Hochschule führe zahlreiche interdisziplinäre Projekte durch, bei denen beispielsweise Chemiker, Biologen und Ingenieure sehr erfolgreich miteinander kooperieren. Die guten Kontakte zur Industrie nutze die Hochschule auch für den Transfer der sehr guten Absolventen. Seit dem Wintersemester hat die RWTH Aachen 40.000 Studierende und mehr als 130 Studiengänge.

„Der ChemCologne-Kooperationstag ist zu einer Institution geworden, zu einem festen Termin der Chemiewirtschaft im Rheinland“, lobte Staatssekretär Helmut Dockter vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW. Der Grund für den Erfolg des Kooperationstages sei der gleiche wie der Grund dafür, dass die nordrhein-westfälische Chemieindustrie in Deutschland Nummer eins ist und europaweit zu den absoluten Spitzenreitern gehört: „Wir sind innovativer. Ein wichtiger Nährboden dafür ist das dichte Hochschulnetz in NRW. Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, wie sie beim Kooperationstag gefördert wird, ist ein echter Treiber unserer Innovationskraft.“

Allerdings müsse man sich die Frage stellen, wie die chemische Industrie in NRW auch in Zukunft innovativ und somit stark bleibt. Dockter: „Interdisziplinäre Forschung ist angesichts der vor uns liegenden Herausforderungen ein absolutes Muss. Nur wer die Grenzen zwischen den Disziplinen durchbricht, wird Antworten auf die Fragen von morgen finden.“

Der ChemCologne Vorstandsvorsitzende Dr. Ernst Grigat resümiert, dass ChemCologne zu einem Verein gewachsen ist, in dem sich die Chemieindustrie im Rheinland zusammengefunden hat und mit einer Stimme spricht. Er fordert, dass die Beziehung zwischen der reinen Forschung, der betriebsnahen Forschung und der Umsetzung in die Produktion weiter gepflegt wird, denn: „Andere entwickeln keine Ideen für uns. Die Themen, die wir umsetzen möchten, müssen wir auch hier entwickeln. Das Rheinland bietet hierfür die besten Voraussetzungen.“  

Prof. Dr. Regina Palkovits, Leiterin des Lehrstuhls für Heterogene Katalyse und Technische Chemie an der RWTH Aachen, stellte die Fachgruppe Chemie mit ihren 1.400 Studierenden vor. Sie ist nach der Fakultät Maschinenbau die zweitgrößte an der RWTH Aachen. Palkovitz unterstreicht, dass es quer durch die Institute einen gemeinsamen Forschungsfokus gebe, um Synergien zu schaffen und an kreativen Fragestellungen zusammenzuarbeiten.

Praktische Beispiele für erfolgreiche Kooperationen stellten die Referenten in ihren Vorträgen vor. Über die „Dream Production – CO2 als Rohstoff für hochwertige Polyurethan Kunststoffe“ berichtete Dr. Christoph Gürler von der Bayer Material Science AG. Prof. Dr. Walter Leitner, Lehrstuhl für Technische Chemie und Petrolchemie an der RWTH Aachen sprach über die „Katalyseforschung an der RWTH Aachen – Vom Molekül zum Prozess“. Prof. Dr. Antje Spieß, Lehrstuhl für Enzymprozesstechnik an der RWTH Aachen referierte zum Thema „Vorbild der Natur – Interaktive Materialien und Nachwachsende Rohstoffe“.

Die abschließende Podiumsdiskussion „Interdisziplinarität – Gemeinsam zum Erfolg“ wurde moderiert von Uwe Wäckers, Leiter Kommunikation beim VCI in Düsseldorf. Teilnehmer waren Prof. Dr. Regina Palkovits, Stefan Braun, Geschäftsführer Dralon GmbH, PD Dr. Thomas E. Müller, Leiter des CAT Catalytic Center, RWTH Aachen, und Dr. Henning Steinhagen, Senior Vice President, Head of Global Drug Discovery, Grünenthal GmbH.

Die Unternehmen der Region informierten in der begleitenden Ausstellung im Hörsaal-Foyer über berufliche Chancen und suchten somit den Kontakt zu den Studierenden. Nach dem Ende der Veranstaltung nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zum Austausch bei Bier und Brezeln.