ChemCologne-Netzwerktreffen: Blick in den Antwerpener Hafen

Besuch beim Vopak-Terminal
Schleuse Deurganckdok
Salzverladung bei Solvay
Netzwerkekn vor dem Bau des neuen Hafenhauses
Übersichtskarte des Antwerpener Hafens
Teilnehmer des Netzwerktreffens

Weltgrößte Schleuse und täglicher Bahnshuttle nach Köln

Auf „große Tour“ ging ChemCologne beim Netzwerktreffen am 26. Juni 2015: Die Mitglieder trafen sich zur Besichtigung des Antwerpener Hafens – gemessen am Ladungsaufkommen in Tonnen der zweitgrößte Hafen Europas hinter Rotterdam. Wichtiger noch: Auf dem Areal befindet sich der nach Houston zweitgrößte Chemieindustriepark der Welt. „Die Veranstaltung wurde sehr gut angenommen, und alle Teilnehmer zeigten sich sehr zufrieden mit dem informativen Programm, das die weite Anreise absolut rechtfertigte“, urteilt ChemCologne-Geschäftsführer Daniel Wauben.

Herzlich begrüßt wurden die ChemCologne-Mitglieder von Rose-Marie Pype, Commercial Manager Logistics Oils & Chemicals Port of Antwerp, und von Robert Giraud, Port Representative Germany, der auch eine besondere Beziehung zur Region Köln hat, denn vor einiger Zeit repräsentierte er hier die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Region Flandern. Die beiden Hafen-Vertreter gaben den Teilnehmern zunächst einen Einblick in die Leistungsfähigkeit der Anlagen: Der Antwerpener Hafen liegt am Fluss Schelde und erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 130 Quadratkilometer. Die trimodal angelegten Hafen-Anlagen umfassen neben einer Wasseroberfläche von 22 Quadratkilometern auch 400 Kilometer Straßen und 1.113 Kilometer Bahngleise. Der Containerumschlag hat sich im Antwerpener Hafen seit 2000 mehr als verdoppelt und macht heute mehr als die Hälfte der umgeschlagenen Tonnage (Gesamt 2014: 198,8 Millionen Tonnen) aus.

Die anschließende Besichtigung erfolgte bei schönstem Wetter sozusagen ebenfalls trimodal, also per Bus, per Pedes und Schiff. Erste Station war das Unternehmen Vopak, einer der Marktführer im Bereich unabhängige Tanklager für Petro- und Chemieindustrie. Das Unternehmen blickt auf beinahe 400 Jahre Geschichte zurück und betreibt heute 78 Terminals in 28 Ländern, allein in der ARA-Region sieben Terminals für Chemikalien und Gase. Die ChemCologne-Mitglieder besichtigten das Terminal Linkeroever mit trimodalen Services, wobei sehr deutlich wurde, dass Sicherheit oberste Priorität für Vopak hat.

In diesem Zusammenhang präsentierte sich auch das belgische Staatsunternehmen B Logistics, das kurz vor der Privatisierung steht. Das Unternehmen agiert mit 200 Lokomotiven, 7.000 Waggons und 1.900 Mitarbeitern und wurde in den letzten Jahren von Grund auf restrukturiert. B Logistics bietet seit kurzem an jedem Werktag einen Antwerpen-Köln-Shuttle an.

Als sehr spannend beurteilten die Teilnehmer den Bau der neuen Schleuse „Deurganckdok“, die mit einer Länge von 500 Metern und einer Breite von 68 Metern bei ihrer Inbetriebnahme die größte Schleuse der Welt sein soll. Für den Hafen, der unter anderem das größte petrochemische Cluster Europas beheimatet, bedeutet dies, dass nun auch große Containerschiffe das Hafenerweiterungsgebiet „Linkes Scheldeufer“ anlaufen können. Dadurch wird eine ganzheitliche Nutzung der modernen Hafenstruktur des Hafens Antwerpen möglich, von der alle Beteiligten profitieren.

Nachdem die ChemCologne-Mitglieder zunächst den Hafen im Bus erkundet haben, konnten sie anschließend bei einer Hafenrundfahrt auf der Flandria 1 die Wasser-Perspektive genießen – und wurden zudem mit einem Mittagessen verpflegt, was wiederum Gelegenheit zum Netzwerken gab. Einhelliges Fazit von Daniel Wauben und den Teilnehmern: „Ein perfekt organisiertes und rundum gelungenes Netzwerktreffen.“