Die stärkste Chemie-Region Europas

Das Rheinland zählt zu den führenden Chemie-Regionen in Europa. 250 Chemieunternehmen aller Größen und Sparten mit insgesamt über 70.000 Beschäftigten haben sich in der Chemie-Region angesiedelt. Gut 30,5 Mrd. Euro Umsatz (ohne Pharmaindustrie) erwirtschaftete die Chemieindustrie der ChemCologne-Region* im Jahr 2015. Somit trug die Chemie-Region fast 70% zum Gesamtumsatz der chemischen Industrie im Land Nordrhein-Westfalen bei, dies entspricht fast 22% des gesamten deutschen Chemieumsatzes.

Die ChemCologne-Region liegt zentral im wirtschaftlichen Kernbereich der Europäischen Union. In einem Umkreis von 500 km leben fast 150 Millionen Menschen, auch eine Vielzahl von weiterverarbeitenden Unternehmen fast aller Wertschöpfungsketten haben hier ihren Sitz und bilden somit einen wichtigen Absatzmarkt für die Chemieindustrie im Rheinland.

Teile des Kölner Stadtgebietes, zusammen mit Bereichen der benachbarten Städte und Kreise, bilden den Kölner „Chemiegürtel“. Hier liegen größere Chemiestandorte und Chemieparks mit einer Vielzahl von Anlagen zur Herstellung verschiedenster chemischer Produkte. Vom Kraftstoff für moderne Motoren bis zu hochkomplexen Wirkstoffmolekülen für Life-Science-Anwendungen reicht die Produktpalette der regionalen Produktionsbetriebe. Wie auch sonst in der chemischen Industrie gehen nur etwa 20% der hier hergestellten Produkte direkt an den Endverbraucher, die übrigen 80% werden als Roh- und Hilfsstoffe in den unterschiedlichsten Branchen eingesetzt. Auch viele Betriebe der chemienahen Weiterverarbeitung sind in der ChemCologne-Region ansässig. Diese zumeist kleineren und mittleren Unternehmen sind häufig hoch spezialisiert und gehören zu den Markt- und Technologieführern in ihren jeweiligen Marktnischen. Ob hoch spezialisierte kleine und mittlere Unternehmen oder international tätige Konzernen – alle profitieren von den hervorragenden Standortbedingungen.

Die chemische Industrie in der ChemCologne-Region hat eine lange Tradition. Entstanden zumeist im 19. Jahrhundert, nahmen die Unternehmen Teil am industriellen Aufschwung und tragen bis heute maßgeblich zum Wohlstand der Chemie-Region bei. Die stärkste Wachstumsphase fiel in die Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg sowie in die Jahre des „Wirtschaftswunders“. Neue Unternehmen wurden aus den Resten der IG Farben gegründet, dazu kamen – bislang eher selten für die chemische Industrie in der Region – Joint Ventures mit ausländischen Firmen, etwa im Bereich der Petrochemie. Beispiele dafür sind die Erdölchemie (Bayer – BP; heute Ineos Köln) in Köln-Worringen oder die Rheinischen Olefinwerke (BASF – Shell; heute LyondellBasell) in Wesseling.
 
Bis Mitte der neunziger Jahre bestand an fast allen Chemiewerken der Chemie-Region Rheinland eine unternehmerische Einheit aus Produktionsbetrieben und Produktionsstandort. Bedingt durch zu diesem Zeitpunkt verstärkt einsetzende Restrukturierungen in vielen Chemieunternehmen mit nachfolgenden Veräußerungen, Ausgründungen oder Joint Venture-Bildung wurde die bestehende unternehmerische Einheit aufgebrochen. An den Chemiestandorten entstanden unabhängige „Dritte“, die für ihre eigenständige Produktion nun produktionsnotwendige Infrastrukturen und Dienstleistungen benötigten.

Aus dieser Situation heraus bildeten sich innerhalb der letzten knapp 20 Jahre neue Strukturen der chemischen Industrie in der Region: Chemie- und Industrieparks prägen nun das Bild.


*(Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf)