12.08.2011: Chemiepark Knapsack freut sich über Investitionen

Standortbetreiber InfraServ Knapsack sieht den Chemiepark Knapsack gut aufgestellt. Das zeigen jüngste Investitionen.

Der Chemiepark Knapsack liegt in der ChemCologne-Region, die viele Fachleute als die stärkste Chemieregion in ganz Europa betrachten. Sie erstreckt sich von Aachen bis Wuppertal und von Bonn bis Krefeld und zeichnet sich durch eine hohe Dichte von Chemieunternehmen aus. Zwischen ihnen hat sich im Laufe der Jahrhunderte eine ausgefeilte Verbundstruktur entwickelt, die auch heute noch weiter wächst und ein wichtiger Standortfaktor ist: Rohstoffe, Grundchemikalien und Produkte werden sinnvoll zwischen den Unternehmen ausgetauscht, die räumliche Nähe von Kunden und Lieferanten gilt als Wettbewerbsvorteil.

Der Chemiepark Knapsack ist eng verflochten mit den zahlreichen Zulieferbetrieben, Logistikern, Handelsunternehmen und Dienstleistern, die hier einen guten Teil ihres Umsatzes generieren. Hergestellt werden beispielsweise Monochloressigsäure für Shampoo und Duschgel, Flammschutzmittel für elektronische und elektrische Geräte, Pflanzenschutzmittel, Kunststoffteile und Schmierstoffe für die Autoindustrie.

„Wir sehen es als eine unserer Hauptaufgaben, den im Chemiepark Knapsack angesiedelten Unternehmen als verlässlicher Partner zur Seite zu stehen“, betont Helmut Weihers, Geschäftsleitung InfraServ Knapsack. „Deshalb unterstützen wir die Unternehmen nicht nur mit der Bereitstellung von funktionstüchtigen Infrastruktureinrichtungen und hochwertigen Dienstleistungen. Auch wenn sie ihre Anlagen oder Gebäude erweitern beziehungsweise ihre Geschäftsaktivitäten hier am Standort ausbauen möchten, sind wir mit Rat und Tat zur Stelle.“

 Dass die Standortunternehmen diesen Service durchaus zu schätzen wissen, zeigen die aktuellen Investitionen von 1,6 Milliarden Euro: 

Bayer CropScience: Ein Erweiterungsbau eines Verwaltungskomplexes im Chemiepark mit einem Investitionsvolumen von rund einer Million Euro wurde von der InfraServ Knapsack geplant und gebaut.

Statkraft: Der norwegische Energieerzeuger baut im Chemiepark Knapsack ein zweites Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD). „Der Chemiepark Knapsack bietet aufgrund seiner Infrastruktur ideale Voraussetzungen für den Ausbau unserer Erzeugungskapazitäten“, urteilt Dr. Horst Kesselmeier, Leiter Projektentwicklung der Statkraft Markets GmbH. Die geplante Anlage zählt zu den weltweit modernsten GuD-Kraftwerken mit einer Erzeugungskapazität von etwa 430 MW. Es ist geplant, die Bauarbeiten Anfang 2013 abzuschließen und das Kraftwerk Mitte 2013 kommerziell in Betrieb zu nehmen. Die Anlage könnte dann bis zu 500.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Clariant: Mit Blick auf die rasante Marktentwicklung wird die neue Anlage Depal II in Form eines nahezu spiegelgleichen Produktionsbetriebes die Produktionskapazität verdoppeln. Ein 20-köpfiges Betriebsteam soll das Team der Depal I-Anlage verstärken. In der neu entstehenden Produktionsanlage der Clariant soll ab Juli 2012 Flammschutzmittel der Exolit OP-Produktreihe produziert werden.

Plug-and-Play: Das Prinzip „Plug&Play“ ist im Kontext der Computertechnologie durchaus bekannt – im Zusammenhang mit der Chemie-Industrie jedoch eher ein Novum. „Wir nutzen diesen Begriff sehr gerne, um potenziellen Investoren kurz und knapp zu erklären, welche Vorteile sie bei einer Ansiedlung im Chemiepark Knapsack genießen: Eine hervorragende Infrastruktur, hochverfügbare Energie, qualifizierte Mitarbeiter, unterstützende Dienstleistungen – alles ist vor Ort, Unter-nehmen können quasi sofort loslegen“, erklärt Helmut Weihers. 

Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Unternehmen im Chemiepark Knapsack sind gut ausgebildete Fachkräfte. Die ChemCologne-Region gehört mit 950 Hochschulwissenschaftler/-innen je 100000 Einwohner zu den Spitzenregionen in Deutschland (Quelle: Erster Kölner Wissenschafts-Wirtschaftsbericht, 22. Juni 2010). Insgesamt ist die Quote der Fachkräfte in der Region sehr hoch. Der Chemiepark trägt dazu ein Wesentliches bei: Insgesamt sind hier ca. 2200 Menschen beschäftigt, davon 870 bei der InfraServ Knapsack.

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Der Blick in die Zukunft kann also durchaus von Optimismus geprägt sein, resümiert Helmut Weihers. Sorge bereiten ihm die Entwicklungen bei den Neuregelungen bei staatlichen Einflüssen bei Energiepreisen: „Erhöhen sich die Strompreise, so hat dies weitreichende Konsequenzen für die Chemieindustrie, die zu den energieintensiven Industrien gehört. Sie befindet sich im globalen Wettbewerb – damit die Unternehmen weiterhin in Deutschland produzieren können, ist eine sichere Energieversorgung zu vertretbaren Preisen unabdingbar. Davon hängen insbesondere in unserer Region, aber auch weit darüber hinaus Arbeitsplätze, Wachstum und Wohlstand ab. Deshalb sollte die Bundesregierung die Härtefallregelungen im EEG mit dem gebotenen Weitblick vornehmen und Ausgleichsregelungen beibehalten. Unternehmen brauchen Planungssicherheit.“

Auszug aus gleichnamigen Artikel von der Vogel Business Media GmbH & Co.KG (Autorin Anke Geipel-Kern). Vollständiger Artikel ist hier abrufbar.