Zu Fuß nach Köln und zurück

Aufstieg auf Kölner Seite

Ein nicht alltägliches Netzwerktreffen erlebten die ChemCologne-Mitglieder am 31. Oktober 2018 beim Besuch der Currenta im Leverkusener Chempark. Auf dem Programm stand die Besichtigung des Rheindükers Martina. Der Rohrleitungstunnel unter dem Rhein war im November 2017 nach gut zweijähriger Bauzeit in Betrieb genommen worden. Der Tunnel ist ein wesentlicher Abschnitt der Versorgungsverbindung zwischen den Chempark-Standorten Leverkusen und Dormagen und leistet einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren der Verbundstruktur zwischen den Produktionsstandorten und damit zu deren Wettbewerbsfähigkeit.

Nach einer Info-Veranstaltung, in deren Rahmen Stefan Hagedorn, Leiter Rohrnetze LEV & Rohrfernleitungen, die Teilnehmer zu einem theoretischen „Rundgang“ durch den Düker einlud, ging es in den praktischen Teil des Treffens: Beginnend beim 16 Meter tiefen Startschacht auf dem Chempark-Gelände waren für die ChemCologne-Teilnehmer 475 spannende Meter, neun bis zwölf Meter unter dem Rhein entlang an Erdgas-, Stickstoff-, Kohlenmonoxid-, Sauerstoff- und weiteren Versorgungsleitungen zurückzulegen. Dann erreichte die Delegation den Zielschacht am Kölner Ufer und machte sich nach einem Blick Richtung Köln wieder auf den Rückweg. Eine unkonventionelle Alternative, um von Leverkusener Chempark auf schnellstem Wege zu Fuß nach „Kölle“ zu gelangen. Ungefähr auf halben Wege kann man, am tiefsten Punkt angelangt, sogar die Schiffsschrauben der kreuzenden Rheinschiffe „akustisch“ miterleben. Erfolgsautor Lothar Günther Buchheim und sein Bestseller „Das Boot“ werden hier eindrucksvoll zum Leben erweckt. 

120 Stahlbeton-Röhren-Stücke, jeweils 25 Tonnen schwer und vier Meter lang wurden für die Vortriebsröhre verbaut. Die Baukosten betrugen 12,6 Millionen Euro. Diese erneute Rheinuntertunnelung erfolgte aus zwei Gründen: Das alte Düker-Bauwerk ließ sich nicht erweitern und hatte durch seine Konstruktion Nachteile hinsichtlich der Instandhaltung. Der Ersatzdüker mit einem Außendurchmesser der Betonröhre von drei Metern (Wanddicke: 30 Zentimeter) ist dagegen begehbar und nachrüstbar.