Matthias Schmickler (17) leitet Berufsausbildung

Gut vertreten: Matthias Schmickler (links) übernahm für einen Tag den Chefsessel von Peter Kachel (rechts) als Leiter des Currenta-Ausbildungszentrums in Dormagen.

Bis gestern noch genoss Matthias Schmickler seine Sommerferien. Am Dienstag, 28. August 2018, unterschied sich Matthias Tagesablauf jedoch drastisch vom normalen Ferienalltag. Plötzlich war der 17-Jährige verantwortlich für acht Ausbildungsberufe und die Berufsorientierung, ein großes Ausbilderteam und rund 600 Azubis im Chempark Dormagen. Denn: er übernahm von Peter Kachel für einen Tag die Leitung der Currenta-Berufsausbildung. Ohne Abitur oder abgeschlossenes Studium übersprang er den herkömmlichen Karriereweg in der chemischen Industrie und nahm direkt auf dem Betriebsleitersessel Platz. Möglich wurde das durch die Aktion „Meine Position ist spitze!“ des Chemie-Netzwerks ChemCologne, bei der Schülerinnen und Schüler für einen Tag Führungspositionen in der chemischen Industrie kennenlernen dürfen.

Kachel, Leiter der Berufsausbildung, hatte dank des Schülers kurzzeitig einen etwas entspannteren Tag und freute sich über die Aktion: „Die Herausforderung, in einem so großen Ausbildungsbetrieb Chef zu sein, hat Matthias super gemeistert. Er hat umfassende Einblicke in die großen und kleinen Aufgaben einer Führungsposition bekommen: Von Investitionsentscheidungen über Sicherheitsbetrachtungen bis hin zu persönlichen Gesprächen mit Azubis und Ausbildern. 'Meine Position ist spitze!‘ bringt allen Beteiligten einen Mehrwert. Matthias kann herausfinden, ob ihm der Job einer Führungskraft gefällt. Gleichzeitig bietet die Aktion uns die Möglichkeit, Interesse für einen Beruf in der chemischen Industrie zu wecken.“

Nach einer kurzen Begrüßung und der Besprechung des Tagesablaufs widmete sich Jungmanager Matthias umgehend seinen neuen Aufgaben. Ein Termin jagte den nächsten. Neben einer Ingenieursbesprechung zu aktuellen Bauvorhaben verfasste Matthias eine Rede zum Ausbildungsstart der neuen Azubis und diskutierte mit den Ausbildern verschiedene Fragen rund um die Sicherheit der jungen Mitarbeiter. Zudem lernte Matthias die verschiedenen Werkstätten und Arbeitsplätze von Laboranten, Chemikanten, Elektronikern und Verfahrensmechanikern kennen.

„Ich hätte nicht gedacht, dass es in einer Ausbildung so viele spannende Dinge zu entdecken gibt. Begeistert hat mich die Vielfältigkeit der Berufe und die gute Zusammenarbeit zwischen Ausbildern und Azubis. Positive Stimmung ist viel wert. Dadurch wurde mir die Arbeit als neuer Chef deutlich erleichtert“, sagte Matthias Schmickler während eines abschließenden Fototermins vor Vertretern der Lokalpresse.